Warum mag die europäische Zentralbank den Bitcoin nicht?

Die virtuelle Währung Bitcoin, die in den letzten Monaten einen beträchtlichen Aufschwung erfuhr, wird von der Europäischen Zentralbank als „Ruf schädigend“ bezeichnet. Doch ist dies der wahre Grund hinter der Ablehnung?

Die Europäische Zentralbank, die ihren Hauptsitz in Frankfurt hat, äußerte sich wiederholt sehr negativ über den Bitcoin. Er ruiniere die gute Reputation der Zentralbanken, die über Währungen zu bestimmen haben. Wie ein unartiges Kind wird der Bitcoin von der EZB gesehen, ein Kind, das ein beträchtliches Eigenleben führt, das die Banken nicht so recht kontrollieren können. Geht es hier wirklich um die Reputation, oder geht es nicht vielmehr darum, dass der Bitcoin eine echte Konkurrenz zu anderen Währungen darstellt, die sich ja auch nicht alle unbedingt als Personifizierung der Stabilität erwiesen haben?

Der böse Bitcoin versus die guten Landeswährungen

Der Bitcoin als erste virtuelle Währung, die eine überregionale Bedeutung erreicht hat, wird mit großem Misstrauen betrachtet. Zu groß ist der Erfolg des Bitcoins, und er könnte sich noch verstärken. Hier stehen sich zwei Systeme gegenüber, das der etablierten klassischen Banken, die traditionell ein Monopol auf die Ausgabe von Banknoten und Münzen haben, und ein System, das „frecherweise“ dieses Monopol unterminiert. Und – was noch schlimmer ist – es sieht fast so aus, als sei der Bitcoin in vielen Fällen die gesündere Währung. Wir leben schließlich seit längerem in einer Krisensituation mit entsprechenden Inflationswerten. Wie viel ist also eine Münze oder Banknote wert? Und morgen?

Fälschungssicher – ein weiteres Plus

Die nicht unbedingt fälschungssicheren Euro- und Dollarscheine zeigen zudem auf, dass das „echte“ Geld, das die Banken so stolz heraus geben, nicht einmal echt sein muss. In manchen Städten rennt Falschgeld herum wie, nun ja, Falschgeld. Der Bitcoin ist eine Währung, die unter Einhaltung bestimmter Sicherungsvorkehrungen und Geheimhaltungsregeln zu den sichersten Währungen überhaupt zählt. Es wird nun einmal nur eine bestimmte Anzahl von Bitcoins produziert, kein Überangebot an „Lappen“, die zwangsläufig ihren Wert verlieren. Oh je, wohin führt das Monopol der Banken, wenn jeder schlaue Kopierer die verteidigten Produkte in der heimischen Werkstatt herstellen kann? Wer kann da noch fest legen, wer eine Reputation hat, und wer sie nur verteidigt?

Freitag, 8. Februar, 2013