Bitcoin – Wertstabilität durch Schutz vor Inflation

Weltweite Bankenkrisen und die Zahlungsprobleme vieler Staaten erschüttern die Wirtschaft und lassen das Vertrauen privater Anleger in die Währungen der Staaten schwinden. Export- und Importwaren werden immer teurer und die Staatsbanken bringen mehr Geld in Umlauf um eine mögliche Pleite abzuwenden. Die daraus folgende Inflation entwertet die Währung und verteuert die Preise. Mit dem Bitcoin ist es dem Entwickler unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto gelungen, eine Währung zu entwickeln, die unabhängig von Banken erzeugt wird und eine weltweite Gültigkeit hat.

Die dezentrale Erzeugung des Bitcoins am Computer und seine Mengenbegrenzung auf 21 Millionen Bitcoins beugen einer Inflation vor. Die Erzeugung der Währung findet weltweit in derzeit 6 Blöcken pro Stunde statt. Durch die Lösung komplexer Rechenaufgaben werden pro Block 50 Bitcoins als Belohnung ausgegeben. Zur Stabilisierung der elektronischen Währung wird die Anzahl der Blöcke pro Stunde beibehalten aber die Auszahlung der Belohnung regelmäßig reduziert. Das Wachstum der Geldmenge wird dadurch effektiv eingebremst und beim Erreichen der Mengenbegrenzung eingestellt.

Die Mengenbegrenzung des Bitcoins ist als Werkzeug zur Stabilisierung der Währung zu verstehen. Anders als bei den Währungen der einzelnen Staaten ist die Kaufkraft des Bitcoin nicht von der gesamtwirtschaftlichen Lage abhängig. Weltweite oder landesspezifische Wirtschaftskrisen betreffen den Bitcoin daher nicht. Demzufolge findet eine Inflation oder Deflation nur in verschwindend geringer Höhe statt. Des Weiteren wird durch das Mining, dem Erzeugen der Blöcke, die Geldmenge reguliert und stabil gehalten.

Kritiker befürchten allerdings eine rapide Wertsteigerung des Bitcoin. Besonders Spekulanten könnten versuchen die elektronisch erzeugten Geldmengen zu horten, um den richtigen Zeitpunkt für eine optimale Rendite abzuwarten. Die damit hervorgerufene Deflation hat allerdings einen Vorteil für die Nutzer des Peer-to-Peer Netzwerkes. Die angebotenen Waren und Dienstleistungen würden bei einer Hortung der Bitcoins günstiger werden.

Sonntag, 24. Juni, 2012