2013 – Das Jahr des Bitcoin

Nachdem der Bitcoin zunächst einen wahren Hype auslöste, gab es 2011 die Spekulationsblase, der Wert des Bitcoin verlor massiv an Wert und viele sahen schon das Ende nah. Doch wie immer, wenn etwas totgesagt wird, ist es eben nicht tot zu bekommen. Und in Bezug auf die digitale Währung lässt sich sogar noch einer draufsetzen. Nicht nur, dass sich der Bitcoin von seinem damaligen Tiefststand schon wieder um circa 200 Prozent verbessert hat, das Jahr 2013 scheint der Bitcoin erst so richtig durchzustarten. Ironischerweise sind es auch einige spektakuläre Bitcoin-Diebstähle, die der Internetwährung so starken Aufwind verschaffen.

Aus Problemen wird man schlau

So sind einige Projekte ins Leben gerufen, die vor allem die zuvor oftmals als mangelhaft bezeichnete Sicherheit im Visier haben. Der Diebstahl von Bitcoins wird damit sogar schwieriger als der Diebstahl anderer, herkömmlicher Währungen. Aber auch die Transaktionen werden nun besser gestaltet. Selbst Käufer und Verkäufer, die sich überhaupt nicht vertrauen, können völlig reibungslos Geschäfte miteinander betreiben. Börsen und andere Bitcoin-Handelsplätze haben ebenfalls signifikant den Schutz der Kundengelder in den Fokus gestellt. Um damit nur die wichtigsten Änderungen zu beschreiben:

Die physikalische Geldbörse (Hardware Wallet) von Slush

Einigen aus der Szene ist Slush sicherlich als Mining-Gemeinschaft und damit auch dessen Betreiber, Marek Palatinus, bekannt. Palatinus hat angekündigt, in diesem Jahr eine physikalische Bitcoin-Geldbörse entwickeln zu wollen. Deren Eigenschaften sind dabei schon bekannt. Beim Einrichten bzw. Initialisieren der Börse wird ein zufälliger PIN (Private Root Key) generiert. Geht nun die gesamte Geldbörse verloren oder wird gestohlen, kann mithilfe dieses Keys der Bitcoin-Betrag temporär an anderer Stelle zwischengelagert werden, bis eine neue Hardware Wallet zur Verfügung steht. Transaktionen selbst sind ebenfalls phsykalisch gesichert. An der Wallet befinden sich ein Monitor und ein Bedienknopf. Um eine Transaktion ausführen zu können, wird neben den grundsätzlichen Sicherheitsschlüsseln der von der Wallet benötigt und – nur auf dem Monitor der Hardware Wallet sichtbar – wird der Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgefordert, den Knopf zu drücken. Ein digitaler als auch physikalischer Diebstahl ist damit gänzlich ausgeschlossen, es sei denn der Besitzer bewahrt fahrlässigerweise Wallet und Keys zusammen auf.

Multi-Signature Transaktionen

Wie bei echten Geschäften ist auch bei Bitcoin-Transaktionen das gegenseitige Vertrauen immer eines der größten Probleme. Geld zuerst oder Ware zuerst – dann auf den jeweils anderen zu warten, ist immer mit einem Risiko verbunden. Also werden die Bitcoins mithilfe einer Applikation automatisch auf einem speziellen Konto zwischengeladen. Erst wenn beide Parteien ihre digitale Unterschrift senden, wie auch ein dritter Unbeteiligter, kann die Aktion durchgeführt werden. Dieser überprüft auch die Richtigkeit, falls der eine moniert, die Ware nicht erhalten zu haben oder der andere nicht zahlen möchte. Sollte der dritten Partei nicht vertraut wird, kann diese jederzeit durch eine andere ersetzt werden. Die generelle Idee besteht seit 2011, wurde aber bisher nicht umgesetzt. 2013 soll sie nun im Feinschliff entwickelt und auch in Bitcoin-Wallets integriert werden.

Weitere Veränderungen in Sachen Bitcoin 2013

Bereits im Oktober 2012 wurde die Bitcoin Foundation ins Leben gerufen, die nun 2013 erstmals richtig in die Wahrnehmung vieler Menschen rücken wird. Die Aufgaben, die sich die Bitcoin Foundation auf die Fahnen geschrieben hat, sind denen einer nationalen Notenbank sehr ähnlich, nur dass kein Staat vorsteht und die Gremiumsbildung sehr demokratisch verläuft. Die Aufgaben können folgendermaßen zusammengefasst werden: Ausbau und Definition von Rahmenbedienungen, Öffentlichkeitsvertretungen in Form von mehr PR und tatkräftige Unterstützung von Struktur und Entwicklung der gesamten Bitcoin-Architektur. San Jose, das vor allem durch die Apple/Samsung Prozesse bekannt wurde, ist dann im Mai der Austragungsort der diesjährigen Bitcoin Konferenz und wird von der Bitcoin Foundation veranstaltet.

Bitcoins – es wird wohl jetzt erst so richtig losgehen

Dabei werden sicherlich auch die vielen anderen Neuerungen angesprochen werden, so wie die erste geplante Bitcoin Debitkarte. Zwar hat sich BitInstant aus dem Projekt verabschiedet, doch die französische Bitcoin Central ist mit Aqoba eine Kooperation eingegangen, wonach der Bitcoin nun einen offiziellen Zugang zum europäischen Bankensystem besitzt, was auch die Ausgabe von Debitkarten beinhaltet. Ähnlich mit Bitcoin Wireless, einem weltweiten Bezahlsystem zum Aufladen von Mobilfunkgeräten und Bezahlen von Provider-Angeboten. Obwohl es ruhig um dieses BitInstant Projekt wurde, wird weiterentwickelt. Doch wie bereits eingangs erwähnt, am spektakulärsten sind eigentlich die kaum wahrnehmbaren Entwicklungen in Form von maximierten Sicherheitskonzepten. Zudem ist gut vorstellbar, dass der Bitcoin schon bald wieder seinen alten Stand zum Dollar erreichen wird. Jetzt in Bitcoins zu investieren, kann folglich große Profite bedeuten.

Mittwoch, 16. Januar, 2013